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Parque Natural de Llevant

Parque Natural de Llevant

Der Naturpark Llevant ist der größte und einer der am besten erhaltenen Naturparks auf Mallorca: Klippen, unberührte Buchten, endemische Fauna und Wandern.

Der Naturpark Halbinsel Llevant ist der größte und einer der am besten erhaltenen Naturparks auf Mallorca. Im Nordosten der Insel, im Herzen des mallorquinischen Llevant gelegen, umfasst er wilde Klippen, jahrhundertealte Steineichenwälder, Gipfel mit Meerblick und einige der unberührtesten und am wenigsten überlaufenen Strände des gesamten Mittelmeerraums.

Ein Naturpark mit kostenlosem Eintritt, in dem die Natur das Sagen hat und die Stille den Ton angibt. Wenn Sie nur einen einzigen Grund haben, den Osten Mallorcas zu besuchen, dann sollte es dieser sein.

Informationen über den Naturpark Halbinsel Llevant

Der Naturpark Llevant wurde im Jahr 2001 zum Naturpark erklärt, mit einer anfänglichen Gesamtfläche von über 17.000 Hektar, aufgeteilt auf Land- und Meeresflächen. Im Jahr 2023 genehmigte die Balearen-Regierung durch das Dekret 8/2023 eine bedeutende Erweiterung, die neue Gebiete der Halbinsel Artà einschloss und den Park als eines der großen Vorbilder für den Naturschutz auf den Balearen konsolidierte.

Der Naturpark Llevant erstreckt sich über die Gemeinden Artà, Capdepera, Sant Llorenç, Manacor und Santa Margalida. Er ist Teil des Natura 2000-Netzwerks der Europäischen Union und zudem als BSG (Besonderes Schutzgebiet für Vögel) ausgewiesen.

Landschaften und Ökosysteme des Naturparks Llevant

Eines der Hauptmerkmale, die den Naturpark Llevant so einzigartig machen, ist die Vielfalt der Ökosysteme, die sich auf relativ kleinem Raum konzentriert. In nur wenigen Stunden Wanderung kann man von einem dichten, duftenden Pinienwald zu einem Gipfel mit 360°-Meerblick gelangen, einen von Steineichen gesäumten Pfad hinabsteigen und eine weiße Sandbucht erreichen, in der das Wasser türkisblau ist und fast niemand sonst vor Ort ist.

Die Serres de Llevant bilden das Rückgrat des Parks: eine unterbrochene Gebirgskette, die den Nordosten Mallorcas durchzieht und deren Gipfel bis zu 564 Meter erreichen. Die bekanntesten sind die Talaia Freda (564 m), der Bec de Ferrutx (519 m), der Puig des Porrassar (491 m), der Puig d'Alpare (487 m) und der Puig de sa Tudossa (441 m). An klaren Tagen reicht der Blick von ihren Gipfeln von Menorca bis hin zur Serra de Tramuntana.

Der Park vereint zudem Bestände aus Aleppo- und Strandkiefern, mediterrane Steineichenwälder, Garrigue-Flächen mit Zwergpalmen und Rosmarin, Meeresklippen, Dünensysteme und saisonale Sturzbäche (Torrents) – alle in einem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand, was auch dem Fahrverbot für Kraftfahrzeuge im gesamten Park zu verdanken ist.

Tierwelt des Naturparks Llevant

Der Naturpark Halbinsel Llevant beherbergt eine Tierwelt von hohem ökologischem Wert mit mehreren endemischen Arten und einer Greifvogelgemeinschaft, die ihn zu einem der besten Ziele für Birdwatching (Vogelbeobachtung) im Osten Mallorcas macht.

Zu den bemerkenswertesten endemischen Arten gehört die Mallorca-Geburtshelferkröte (Ferreret; Alytes muletensis), eine kleine balearische Krötenart, die praktisch schon als ausgestorben galt, bevor sie erfolgreich aus der Serra de Tramuntana wieder im Park angesiedelt wurde. Ebenfalls bedeutend ist die Population der Maurischen Landschildkröte, eine geschützte Art, die man im Frühling entlang der Wanderwege sichten kann.

Sind Sie Vogelliebhaber? Dies sind einige der markantesten Arten des Parks:

  • Eleonorenfalke: Ein wunderschöner ziehender Greifvogel, der im Sommer zu sehen ist.
  • Mönchsgeier: Der größte Vogel der Iberischen Halbinsel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,8 m.
  • Zwergadler und Fischadler: Zu finden in den schrofferen Zonen des Parks.
  • Wanderfalke und Schmutzgeier: Werden regelmäßig an den Küstenklippen gesichtet.
  • Rotmilan und Krähenscharbe: Häufig im Meeres- und Küstenbereich anzutreffen.
  • Korallenmöwe: Eine bedrohte Art, die in den Klippen des Parks Zuflucht findet.

Und eine Überraschung, mit der viele Besucher nicht rechnen: Auf der Route zwischen Cala Torta und S'Arenalet d'Aubarca stößt man immer wieder auf halbwilde Pferde, die dort frei grasen, sich aber durchaus annähern lassen.

Flora: Garrigue, Endemiten und die mallorquinische Zwergpalme

Die Vegetation des Naturparks Llevant entspricht dem klassischen Muster des balearischen Mittelmeerraums. Es dominieren Wälder aus Aleppo- und Strandkiefern, Steineichenwälder mit dichtem Unterholz aus der Zwergpalme (Chamaerops humilis, der einzigen wildlebenden Palme Europas) sowie die Garrigue mit Rosmarin, Thymian, Mastixsträuchern und wilden Olivenbäumen.

Zu den einzigartigsten Pflanzenarten des Parks gehören die Mallorca-Pfingstrose, die auf den Balearen endemisch ist und im Frühjahr tiefrosa blüht, sowie das Balearische Johanniskraut, ein Strauch mit gelben Blüten, der exklusiv auf den Inseln vorkommt.

Die unberührten Buchten des Naturparks Llevant

Alle Buchten sind von der Landstraße MA-3333 bei km 4,7 aus erreichbar (Informationszentrum des Parks in Artà), wo die offiziellen Wanderwege beginnen:

Cala Torta

Die am leichtesten zugängliche Bucht des Parks. Man erreicht sie über eine Schotterpiste von der Straße zwischen Artà und Cala Torta; am Ende befindet sich ein Parkplatz. Ihr Wasser ist ruhig und türkisfarben, der Untergrund besteht aus Sand und Posidonia-Seegras. Sie ist der Ausgangspunkt für die Küstenroute, die bis nach S'Arenalet d'Aubarca führt.

Cala Mitjana und Cala Estreta

Zwischen Cala Torta und Cala des Matzoc liegen diese beiden kleinen Juwele, die ausschließlich zu Fuß über den Küstenweg erreichbar sind. Die Cala Estreta ist besonders schmal und fotogen, flankiert von rötlichen Felsklippen. Die fast kreisrunde Cala Mitjana besticht durch außergewöhnlich transparentes Wasser.

Cala des Matzoc und die Torre d'Albarca

In unmittelbarer Nähe der Cala des Matzoc erhebt sich die Torre d'Albarca, ein befestigter Wehrturm, der 1751 im Auftrag der Gemeinde Artà erbaut wurde, um den Kanal von Menorca angesichts der damaligen britischen Besetzung der Nachbarinsel zu überwachen. Der Turm hat die Form eines Kegelstumpfes und trägt auf seiner Dachterrasse noch immer eine Kanone. Ein historisch und panoramisch einzigartiger Ort im Park.

Sa Font Celada

Eine kleine Bucht mit einer Besonderheit: Eine Süßwasserquelle, die direkt zwischen den Felsen entspringt. Ein selbst unter Kennern des Parks eher unbekannter Winkel, ideal für eine ruhige Rast auf der Küstenwanderung.

S'Arenalet des Verger

Das Endziel der Küstenroute und eine der beeindruckendsten Landschaften des Naturparks Llevant. Ein weißer Sandstrand, umgeben von Pinien, mit tiefblauem Wasser und im Normalfall nur sehr wenigen Menschen. Er ist ausschließlich zu Fuß erreichbar, der Weg vom Parkplatz der Cala Torta beträgt ca. 5,5 km. Die von der Balearen-Regierung verwaltete Herberge S'Arenalet ermöglicht nach vorheriger Reservierung eine Übernachtung im Park.

Wandern im Naturpark Llevant: Beliebte Routen

Der Naturpark Halbinsel Llevant verfügt über 19 offizielle Wanderrouten, die beschildert und frei zugänglich sind. Von familienfreundlichen Spaziergängen unter 5 km bis hin zu anspruchsvollen Touren auf die Gipfel der Serres de Llevant. Hier sind die wichtigsten Highlights nach Schwierigkeitsgrad:

Leichte Route: Volta als Establits de s'Alqueria Vella

Ausgangspunkt: Informationszentrum des Parks. Strecke: 3,4 km (Rundweg). Ungefähre Dauer: 110 Minuten. Minimaler Höhenunterschied. Der Weg führt durch Pinienwälder und Garrigue rund um s'Alqueria Vella und bietet Informationstafeln zur Flora und Fauna des Parks. Für Familien geeignet.

Mittelschwere Route: Camí dels Presos bis S'Arenalet des Verger

Eine der geschichtsträchtigsten Routen des Llevant-Parks. Der Camí dels Presos (Weg der Gefangenen) wurde um 1941 von Häftlingen des Franco-Regimes erbaut, um Strafminderungen zu erwirken. Der Weg durchquert das Parkinnere bis hin zum unberührten Strand S'Arenalet des Verger. Ungefähre Strecke: 10–12 km hin und zurück.

Anspruchsvolle Route: Aufstieg zur Talaia Freda

Der höchste Gipfel des Parks und der gesamten Serres de Llevant. Vom Gipfel aus sieht man an klaren Tagen Menorca, die Serra de Tramuntana und die gesamte Ostküste Mallorcas.

Küstenroute: Von Cala Torta nach S'Arenalet d'Aubarca

Eine der bei Besuchern beliebtesten Routen des Parks. Sie führt an der Küste entlang und verbindet die Cala Torta, Cala Mitjana, Cala Estreta, Cala des Matzoc (mit der Torre d'Albarca), Sa Font Celada und S'Arenalet d'Aubarca. Ungefähre Strecke: 11 km hin und zurück.

Vor dem Besuch des Naturparks Llevant

Bitte beachten Sie, dass das Befahren des Parks mit Kraftfahrzeugen verboten ist. Autos müssen auf dem äußeren Parkplatz abgestellt werden.

Informationszentrum

  • Adresse: s'Alqueria Vella de Baix, MA-3333 km 4,7, Artà
  • Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, von 9:00 bis 16:00 Uhr
  • Telefon: +34 606 09 68 30
  • Eintritt: Für allgemeine Routen ist keine vorherige Anmeldung erforderlich.

Grundregeln des Parks

  • Wildcampen ist verboten (Übernachtungen außerhalb der Herberge S'Arenalet sind nicht gestattet; hierfür ist eine vorherige Reservierung erforderlich).
  • Feuermachen und Rauchen ist in den Waldgebieten verboten.
  • Es ist verboten, Pflanzen oder Tiere zu sammeln sowie Wildtiere zu füttern.
  • Die Jagd ist auf der gesamten Strecke verboten; es handelt sich um ein Jagdschutzgebiet.

Der Naturpark Halbinsel Llevant ist nur einer von vielen Naturschätzen im Osten Mallorcas. Wenn Sie weitere Naturräume, Wanderrouten und einzigartige Ecken des mallorquinischen Llevant entdecken möchten, finden Sie auf East Mallorca alles, was Sie für die Planung Ihres Besuchs benötigen.